Entspannter lernen zu Hause – ein praxisnaher Vortrag für Eltern
Vortrag der Akademie für Lernpädagogik
Wie Lernen zu Hause entspannter gelingen kann und dabei sowohl Kinder als auch Eltern entlastet, zeigte ein Vortrag der Akademie für Lernpädagogik. Referent war Sebastian Durst, Kommunikationswissenschaftler, ausgebildeter Lerncoach und Experte für Lernprozessoptimierung. Der Vortrag war praxisnah gestaltet und wurde durch humorvolle Einschübe sowie kleine Mitmachübungen, wie eine kurze Matheaufgabe, aufgelockert.
Mit einer herzlichen Begrüßung eröffnete Schulleiter Bengjamin Bajraktari den Informationsabend zum Thema „Entspannter lernen zu Hause“. Er freute sich über das Interesse der Elternschaft und begrüßte neben den anwesenden Eltern auch den Schulelternsprecher René Wandesleben, der den Vortrag initiiert hatte, sowie den Landeselternsprecher Dennis Scholz aus Kaiserslautern, der seinen Besuch des nördlichen Landesteils gerne mit dem Besuch der Schule und des Abends verbunden hatte.
Bereits zu Beginn des Vortrags wurde deutlich, wie wichtig das Thema Lernen im Familienalltag für alle Beteiligten ist. Ein zentrales Thema war das selbstständige Lernen zu Hause. Wenn Kinder lernen, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen, stärkt das ihr Selbstvertrauen und führt gleichzeitig zu mehr Entlastung im Familienalltag. Eltern gewinnen dadurch mehr Freiraum, während Kinder lernen, ihre Aufgaben eigenständig zu bewältigen. Dabei wurde betont, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt, da Kinder sehr unterschiedliche Lerntypen haben – selbst innerhalb einer Familie. Ziel ist es daher, für jedes Kind einen individuellen Lernweg zu finden.
Lernen kann Freude machen und sogar glücklich stimmen. Wenn Kinder positive Lernerfahrungen machen und Ergebnisse besser ausfallen als erwartet, schüttet das Gehirn Glückshormone aus. Diese Erfolgserlebnisse wirken sich nicht nur auf die Motivation, sondern auf das gesamte Familienleben positiv aus. Ein Vergleich mit dem Kleinkindalter verdeutlichte dies: Beim Laufen- oder Fahrradlernen gab es kein Aufgeben. Diese natürliche Lernhaltung gilt es auch im Schulalltag wieder zu fördern, wofür jedoch eine gewisse Bereitschaft zur Veränderung notwendig ist.
Im Vortrag wurde zudem erläutert, wie das Gehirn beim Lernen arbeitet. Dabei spielen ein logisches und ein intuitives Gehirnsystem zusammen, die beide trainiert werden müssen. Wichtig ist eine positive innere Haltung: Statt „Ich kann das nicht“ sollte der Gedanke „Ich kann das noch nicht“ im Vordergrund stehen. Lernen braucht Zeit, Wiederholung und feste Routinen, da Wissen ohne regelmäßiges Wiederholen nicht dauerhaft gespeichert wird.
Auch Konzentration und Motivation waren zentrale Themen. Konzentration funktioniert nicht ohne Pausen. Als Faustregel gilt, dass die Konzentrationsspanne eines Kindes etwa dem Lebensalter mal zwei Minuten entspricht. Kurze Mikropausen von ein bis vier Minuten helfen dem Gehirn, sich zu erholen, sollten jedoch nicht mit dem Smartphone verbracht werden. Druck wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Belohnungen sollten daher nicht an Ergebnisse, sondern an die Anstrengung geknüpft werden und möglichst in Form gemeinsamer Zeit erfolgen, da materielle Belohnungen die intrinsische Motivation senken können.
Für erfolgreiches Lernen ist außerdem eine gute Selbstorganisation wichtig. Dazu gehören eine störungsfreie Lernumgebung, Ordnung auf dem Schreibtisch und ein fester Platz für das Handy außerhalb des Lernraums. Auch nach dem Lernen braucht das Gehirn Zeit, um den Stoff zu verarbeiten. Ruhige Tätigkeiten wie Lesen, Musik hören oder ein Hörspiel sind dabei sinnvoller als Fernsehen oder Social Media.
Unterstützend kann ein einfacher innerer Dialog sein, bei dem Kinder sich bewusst machen, was sie tun möchten, wie sie vorgehen und was sie dafür benötigen:
- Was will ich tun?
- Was brauche ich dafür?
- Was sehe ich vor mir?
- Wie will ich genau vorgehen?
- Ich führe die Aufgabe aus.
Fazit: Kinder brauchen Unterstützung, Ermutigung und passende Lernstrategien. Mit einer positiven Haltung, geeigneten Lerntechniken und einem guten organisatorischen Rahmen kann Lernen zu Hause entspannter gelingen – zum Vorteil der Kinder und der ganzen Familie.
Zum Abschluss bedankte sich Schulleiter Bengjamin Bajraktari herzlich bei Sebastian Durst für den informativen und kurzweiligen Vortrag. In seinem Resümee betrachtete er die Inhalte sowohl aus der Perspektive eines Lehrers und Schulleiters als auch aus der des Vaters und unterstrich noch einmal anschaulich die zentrale Botschaft des Abends: Jedes Kind lernt anders und braucht individuelle Unterstützung.
Der Vortrag bot zahlreiche Impulse für den Familienalltag und machte Mut, Lernen neu zu denken – mit mehr Gelassenheit, Verständnis und Zuversicht.








