Kirche als heiligen Raum erleben, verstehen und gestalten – Klasse 5 auf Entdeckungsreise

Im katholischen Religionsunterricht beschäftigt sich die Klasse 5 derzeit mit dem Projekt „Kirche als heiligen Raum erleben, verstehen und gestalten“. Ziel des Projekts ist es, Kirche und Gottesdienst nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern aktiv zu erleben, zu verstehen und mitzugestalten. Ein besonderer Höhepunkt wird dabei die Mitgestaltung des Einführungsgottesdienstes der neuen fünften Klassen nach den Sommerferien sein.

Im Rahmen dieses Projekts machte sich die Klasse auf den Weg zur katholischen Kirche in Dierdorf, um den außerschulischen Lernort Kirche mit allen Sinnen zu entdecken. Für viele Kinder war dieser Besuch zunächst mit gemischten Gefühlen verbunden. Aussagen wie „Was soll ich denn da?“ oder „Das ist doch nur was für Omas“ zeigten, dass einige Schülerinnen und Schüler anfangs eher skeptisch waren oder sogar eine gewisse Abneigung verspürten.

Der Einstieg gelang mit dem Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Dadurch schauten die Kinder plötzlich ganz genau hin und entdeckten viele spannende Details an der Kirche. Bereits beim gemeinsamen Betrachten des Gebäudes von außen beschrieben die Schülerinnen und Schüler ihre ersten Eindrücke und wurden neugierig auf das, was sie im Inneren erwartete.

Drinnen begann dann die eigentliche Entdeckungsreise: Mit offenen Augen, Ohren und sogar ihrer Nase nahmen die Kinder den Kirchenraum wahr und beschrieben ihre Eindrücke sehr aufmerksam.

Besonders spannend war für viele, wie unterschiedlich eine Kirche wirken kann. Aussagen wie „Es riecht wie bei meiner Oma“, „Ich fühle mich hier wohl, weil es hier so bunt und hell ist“ oder „Es ist sehr groß und leise – die Ruhe tut gut“ machten deutlich, wie intensiv die Schülerinnen und Schüler den Raum erlebt haben.

Ein besonderes Erlebnis war, dass die Kinder die Kirche nicht nur anschauen, sondern auch aktiv erleben durften. Sie entzündeten Opferkerzen, machten das Kreuzzeichen mit Weihwasser aus dem Taufbecken und entdeckten viele Gegenstände und Orte, die man im normalen Unterricht oft nur aus Bildern kennt. Einige Schülerinnen und Schüler nutzten sogar das Anliegenbuch der Kirche, um eigene Gedanken und Gefühle aufzuschreiben.

Ein weiteres Highlight des Projekts war der Besuch des Pfarrers der Gemeinde St. Anna Herschbach. In einer Interviewstunde konnten die Kinder all ihre Fragen stellen. Viele Schülerinnen und Schüler konnten sich zunächst kaum vorstellen, welche Aufgaben ein Pfarrer eigentlich hat. „Du machst doch nur den Gottesdienst“, war eine häufige Vorstellung. Umso spannender war es für die Kinder zu erfahren, wie vielfältig und abwechslungsreich die Aufgaben eines Pfarrers tatsächlich sind.

Die Interviewstunde war für alle sehr aufschlussreich und bereitete den Kindern große Freude. Gleichzeitig zeigte sich dabei, wie viel die Klasse im Rahmen des Projekts bereits gelernt hat und wie interessiert und engagiert die Schülerinnen und Schüler dabei sind.

Am Ende waren sich alle einig: Der Besuch in der Kirche und die bisherigen Projekterfahrungen waren spannend, lehrreich und haben allen viel Freude bereitet. Lernen mit allen Sinnen kann Schule auf ganz besondere Weise bereichern.